Pressemitteilung zum 10. Geburtstag

v.l.n.r.: Die Vorstandsmitglieder Christopher Well, Stephanie Manns, geb. Well, Monika Bock, Regierungspräsident Wilfried Schmied, Dieter Bock, Bürgermeister Volker Orth

Hier die Übergabe der Zertifikate im Herbst 2017 an vier erfolgreiche Absolventen mit den betreuenden Lehrkräften Frau Dr. Komp (4. v. l.), Jan Brosig (2. v.l.) und Schulleiter Carsten Röhrscheid (3. v.l.).

Das Bild zeigt die symbolische Scheckübergabe im Oktober 2017. Hinten v.l.n.r.: Betreuungskraft Ulla Götte-Fleischhauer, Schulleiterin Eva Sartorius und rechts neben uns Sigrid Hohnhold, die als ehemalige, langjährige Grundschullehrerin ehrenamtlich mit den Kindern paukt.

Lorena Löchel in der Mitte der Stiftungsvorstände mit der Vergabeurkunde.

Hier Florian Beutel mit seiner Vergabeurkunde zwischen Monika Bock und Dieter Bock.

Kinder, wie die Zeit vergeht............

Unsere Stiftung feiert 10. Geburtstag. Mit Datum vom 4. August 2008 hat das Regierungspräsidium Gießen als Stiftungsaufsicht die Monika & Dieter Bock-Stiftung „Zukunft fördern“ als rechtsfähige Stiftung des Bürgerlichen Rechts anerkannt. Der seinerzeitige Regierungspräsident Wilfried Schmied überreichte in einer kleinen Feierstunde die Stiftungsurkunde im Beisein des ehemaligen Homberger Bürgermeisters Volker Orth.

Mit der Anerkennung und der gleichzeitigen Satzungsgenehmigung durch die Stiftungsaufsicht sowie die steuerliche Anerkennung durch das zuständige Finanzamt Fulda konnte die eigentliche Stiftungsarbeit beginnen. Bis es soweit war, mussten vielfältige Probleme gelöst und Fragen beantwortet werden.

Entstehungsgeschichte

Seit vielen Jahren haben meine Frau und ich gemeinnützige Einrichtungen und Institutionen in unserer Heimatregion und darüber hinaus regelmäßig mit Spenden unterstützt. Dabei lag der Fokus auf der Hilfe für Kinder und Jugendliche, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Daraus ist nach vielen Gesprächen die Idee entstanden, mittels einer eigenen Familienstiftung dort gezielt zu helfen, wo wir es als notwendig erachten. Dies vor dem Hintergrund, dass uns eigene Kinder zwar nicht vergönnt waren, aber das Schicksal es bis dahin gut mit uns gemeint hatte. Wir wollten mit dieser Stiftung ein wenig zurückgeben an Menschen – besonders an Kinder und Jugendliche – die es ganz anders angetroffen haben. Dies auch aus der Überzeugung, dass unsere Gesellschaft nur dann dauerhaft funktionieren kann, wenn möglichst viele Menschen Verantwortung dafür übernehmen.

Diese Idee haben wir intensiv mit unseren Patenkindern Stephanie Manns und Christopher Well diskutiert. Beide waren sofort Feuer und Flamme und gemeinsam haben wir die Stiftung auf den Weg gebracht. Die beiden Genannten bilden seit Stiftungsgründung zusammen mit meiner Frau und mir den ehrenamtlichen Vorstand der Stiftung.

Erfüllung des Stiftungszweckes

Dieser ist in der Satzung wie folgt beschrieben:

  • Die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien, um diesen den Erwerb einer qualifizierten Schul- und Hochschulausbildung zu ermöglichen;

  • die Förderung von schulischen und universitären Projekten;

  • die selbstlose Unterstützung von Personen, die infolge ihres körperlichen, geistigen und seelischen Zustands auf die Hilfe Anderer angewiesen sind.

Gerade der letzte Punkt versetzt uns in die Lage, auch neben den beiden erstgenannten Schwerpunkten Unterstützung zu leisten. Bisher ist dies noch nicht der Fall gewesen.

Schon in 2009 konnten wir unserer Homberger Ohmtalschule (OTS) bei der Realisierung eines neuen Weiterbildungsangebots für die Jahrgangsstufe 9 behilflich sein. Das sogenannte Cambridge Certificate ist ein international anerkanntes Testat in der Fremdsprache Englisch. Seither hat eine stattliche Anzahl von Schülerinnen und Schülern die Prüfung geschafft und damit die Chancen auf einen Studien- oder Arbeitsplatz erhöht. Wir haben die Lernmaterialien voll finanziert, daneben Prüfungskosten für eine Schülerin, deren Eltern dazu finanziell nicht in der Lage waren sowie die aktualisierten Lehrbücher.

Foto siehe rechts, das zweite.

Seit dem Schuljahr 2011/12 übernimmt die Stiftung die Kosten für die Hausaufgabenhilfe der Homberger Grundschule. Die Hausaufgabenhilfe ist ein spezielles Angebot für Kinder der 1. - 4. Klasse im Anschluss an den regulären Unterricht. Damit werden Kinder unterstützt, die aus unterschiedlichen Gründen von Ihrem Zuhause keine Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben erhalten. Dieses Angebot kommt in erheblicher Zahl Kindern mit Migrationshintergrund zu Gute. Damit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Bildung und Integration – genau das, was ständig im Mittelpunkt aller möglichen Diskussionen steht. Hier in Homberg wird es getan! Mit unserer Unterstützung werden die Betreuungskräfte bezahlt. Ziel ist es, den Kindern den Sprung in die 5. Klasse zu ermöglichen, damit z.B. der Hauptschulabschluss erreicht werden kann.

Die Kooperation und das Zusammenwirken mit Schulleiterin Eva Sartorius und ihrem Vorgänger Armin Sann war und ist ausgezeichnet und macht viel Spaß.

Das dritte Bild, rechts zeigt die symbolische Scheckübergabe im Oktober 2017. 

Stillstand ist auch für eine Stiftung nicht das Mittel der Wahl. Deshalb hat sich der Stiftungsvorstand in 2014 ausführlich mit Weiterentwicklungsmöglichkeiten auseinandergesetzt. Auf Beschluss des Vorstands stellt die Stiftung Stipendien an junge, talentierte Homberger zur Verfügung. Das 1. Stipendium konnte im Herbst 2016 in Folge einer Ausschreibung an Lorena Löchel vergeben werden. Sie studiert an der Technischen Hochschule in Darmstadt.

4.Bild rechts: Lorena Löchel in der Mitte mit der Vergabeurkunde.

Im September 2017 konnte bereits das 2. Stipendium vergeben werden. Es ging nach erfolgreicher Bewerbung an Florian Beutel aus dem Homberger Stadtteil Ober- Ofleiden. Auch er studiert an der Technischen Hochschule Darmstadt.

Im fünften Bild rechts: Florian Beutel mit seiner Vergabeurkunde. 

Der Vorstand ist mit allen Förderungen und – wo messbar – mit deren Erfolgen sehr zufrieden, entsprechen die Kooperationen mit den beiden Homberger Schulen und die Vergabe der Stipendien doch exakt dem Stiftungszweck. Insgesamt konnten seit Stiftungsgründung rd. 35.000 € zur Verfügung gestellt werden.

Finanzen

Durch Spenden zu unterschiedlichen Anlässen ist die Stiftung schnell ins Laufen gekommen. Die Zuwendungen kommen weit überwiegend aus unserer Heimatregion. Folgerichtig haben wir seither Mittel auch nur für diesen Raum zur Verfügung gestellt.

Die seit Jahren vorherrschende Nullzinsphase ist für alle Stiftungen in Deutschland und Europa ein nur schwer zu lösendes Problem. Unsere Einrichtung macht da keine Ausnahme. Nur mit den Erträgen aus dem angelegten Stiftungskapital und ohne die Spenden wären wir nicht in der Lage, die Stiftungszwecke zu erfüllen.

Wir jammern aber nicht, sondern sind schon seit Jahren aktiv – so mit einem Stand gemeinsam mit den Fußballern von Germania Homberg anlässlich unseres Stadtfestes und in diesem Jahr zusätzlich mit einer Beteiligung am Weihnachtsmarkt in der Becker-Scheune am 1. Advent. Zusammen mit den Spenden – seither sind es über 30.000 € seit 2008 – sind wir optimistisch, auch künftig wirksam helfen zu können. Klar aber ist: Wir müssen jeden Euro mindestens zweimal umdrehen!

Ausblick

Auf der Tagesordnung der heute folgenden Vorstandssitzung stehen wichtige Entscheidungen an:

  • Fortführung der bereits vergebenen Stipendien

  • Entscheidung über weitere Stipendien an vorliegende Bewerberinnen

  • Modernisierung unserer Medien, vor allen Internetauftritt und Präsenz in sozialen Netzwerken (seither bei Facebook)

  • Pflege und Ausbau des Netzwerkes

Vor allem wegen der erfreulichen Entwicklung in den vergangenen 10 Jahren und als Dankeschön für die Spender und alle weiteren Unterstützer soll ein wenig gefeiert werden. Dazu ist eine Veranstaltung am 16. März 2019 in der Planung. Motto: Viel Kulturelles – wenig Reden! Und natürlich soll der Erlös dieser Feier der Stiftung zu Gute kommen.

Homberg/Ohm, 10. August 2018

Text und Bilder:
Dieter Bock
Vorstandsvorsitzender

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 4. Jun 2021